Jahresgabe

Filler: Porto Industriale, Venezia –

Sam Lewitt

Ob wir über Porto Marghera in Venedig oder den Hamburger Hafen sprechen: Hafenstädte sind zentrale Knotenpunkte für die Zirkulation materieller und informativer Ströme innerhalb einer globalen Ökonomie. Sam Lewitts künstlerische Praxis befasst sich seit Langem mit der Materialität dieser Bewegungen – und mit der Frage, wie sie Vorstellungen von „Ortspezifität“ herausfordern und verändern, wie sie aus dem Erbe der spätmodernistischen und konzeptuellen Kunst überliefert wurden.

Filler: Porto Industriale, Venezia – Marghera abstrahiert die Form einer anonymen dekorativen Lampe, die Lewitt im Treppenhaus eines stillgelegten kohlebefeuerten Kraftwerks in Porto Marghera entdeckte, als er an seinem Beitrag zur Biennale von Venedig 2017 arbeitete. Das Werk ist in ein speziell kupferbeschichtetes Leiterplattenmaterial geätzt – ein Verfahren, das Lewitt seit fast einem Jahrzehnt entwickelt und verfeinert. Zugleich übernimmt es die Schriftart des art-déco-Frieses an der Fassade des Gebäudes.

Dadurch greift die Arbeit die Logik von Beschilderung auf und verschiebt zugleich subtil die Zuordnung von Zeichen und Ort. Sie exemplifiziert Lewitts Methode, ästhetische Formen und industrielle Hinterlassenschaften miteinander zu verschränken – und so die veränderlichen Grenzen zwischen Ort, Symbol und System sichtbar zu machen.